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Zahnzwischenräume richtig reinigen

Zahnseide und Co. sollten täglich angewendet werden

Zweimal täglich Zähne zu putzen ist gut, aber nicht gut genug. So sammeln sich Speisereste und Beläge auch an Stellen, die die normale Zahnbürste nicht erreicht. Zahnsäume und Zahnzwischenräume machen bis zu 40 % der Zahnflächen aus und sind besonders anfällig für Karies und Parodontitis. "Daher ist eine Reinigung dieser Bereiche mindestens ebenso wichtig wie die Plaque-Entfernung durch die Bürste an frei zugänglichen Zahnflächen", sagt Prof. Stefan Zimmer, Inhaber des Lehrstuhls für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten-Herdecke. Grundsätzlich gilt: Zahnzwischenräume einmal täglich reinigen, um einen wirksamen Schutz vor Karies und Parodontitis zu erzielen - so kann sich kein schädlicher Biofilm aufbauen und die Plaque nicht festsetzen. Ob dies vor oder nach dem Zähneputzen, morgens oder abends erfolgt, ist dabei weniger entscheidend als die regelmäßige und richtige Anwendung.

Für die Zahnzwischenräume gibt es verschiedene Hilfsmittel. Was Sie dabei beachten sollten:

 

Zahnseide:

Sie gilt als das erste Hilfsmittel für Problemzonen. Bei sehr ent stehenden Zähnen rutsch gewachste Zahnseide besser durch. Für größere Lücken ist "flauschige" (sogenannte Floss-Zahnseide) besser geeignet. Kunstfasern mit verstärkten Enden zum Einfädeln erleichtern den Einsatz unter Brücken. So geht`s: Einen etwa 50 Zentimenter langen Faden abtrennen und bis auf ein rund 10 cm breites Stück um beide Mittelfinger wickeln und zwischen den Fingern spannen. Nun vorsichtig mit kleinen sägenden Bewegungen in den Zwischenraum schieben. Ein paarmal an der Zahnfläche auf und ab bewegen, dann auf der anderen Seite wiederholen und wieder herausziehen. Wichtig: bis unter den Zahnfleischrand gehen und für jeden Zahn möglichst ein sauberes Stück Zahnseide benutzen.

 

Interdentalbürsten:

Für größere Zahnzwischenräume eignene sich Interdentalbürsten, die meist aus beschichteten Spezialdraht mit ultrafeinen Borsten bestehen und in verschiedenen Stärken erhältlich sind. Welches die individuell passende ist, sollte man am besten bei der Prophylaxe-Assistentin erfragen. Das Bürstchen unter den Kontaktpunkt einführen und mehrmals im Zahnzwischenraum hin un her führen. Ist der Widerstand zu groß, lieber eine kleinere Bürste verwenden. Das Bürstchen nach jeder Benutzung unter fließendem Wasser ausspülen. Sind die Borsten abgenutzt, Interdentalbürsten wechseln.

Mundduschen:

Eine Munddusche eignet sich vor allem für diejenigen, die andere Hilfsmittel (z. B. aufgrund einer Zahnspange) nicht anwenden können oder wollen. Sie ist auch eine gute Möglichkeit, um Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Wichtig: Den Wasserstrahl nicht zu stark einstellen. Menschen mit fortgeschrittener Parodontitis und Verletzungen der Mundschleimhaut sollten Mundduschen nicht einsetzen. Erreger können sonst  in tiefe Zahnfleischtaschen und offene Wunden gespült werden und Infektionen verstärken.

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